Es geht auch anders
Lebe Deinen Traum. Tausendmal gehört, selten realisiert. Dass Wünsche tatsächlich wahr werden können, erfahren die Ex-Reichenhaller im November bei ihrem Jahreskongress und Herbstseminar in Kärnten. Pfiffige Österreicher zeigen, wie ihnen dieses Kunststück gelungen ist.
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Verwandlungskünstler Maria und Willi Opitz: Aus Ingenieur und Krankenschwester wurden erfolgreiche Winzer. Wie das funktioniert hat, erzählt Willi Opitz beim Herbstseminar der Reichenhaller Vereinigung in Kärnten |
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„Ich weiß schon gar nicht mehr, was ich früher gemacht habe“, kokettiert Willi Opitz. Klar, weiß er es. So lange ist sein früheres Leben auch noch nicht her. Vor elf Jahren startete der Österreicher mit 1,5 Hektar Fläche als Hobby-Winzer und gab seinen Job als Maschinenbau-Ingenieur
in einem amerikanischen Konzern auf. Inzwischen ist das Weingut in Illmitz auf eine Größe von 14 Hektar angewachsen. Opitz' Weine und seine innovativen Ideen rund um das Produkt finden nicht nur in der internationalen Weinwelt Anerkennung. Er und seine Frau Maria, in ihrem „früheren Leben“ Krankenschwester, sind inzwischen auch als Vortragsreisende unterwegs, als Mutmacher. In ihrem Weingut setzen sie auf individuelle und traditionelle Produktionsmethoden. Die Trauben werden von Hand geerntet und in kleinen Holzkorbpressen verarbeitet. Es werden nur österreichische und für die Region typische Traubensorten gekeltert.
Opitz erfand den Schilfwein, eine neue Methode der Süßweinproduktion, wobei gesunde Trauben auf Schilfmatten getrocknet werden. Und er hatte die Idee zu einer Wein-CD „Sound of Wine“, auf der die Gärgeräusche von 15 verschiedenen Weinen des Jahrgangs 1995 aufgezeichnet wurden. 20.000 Mal hat sich der Weinkeller-Klangteppich bereits verkauft. Mit dem Erlös bestellte sich Opitz einen neuen Traktor.Der Mann tickt eben anders. Typisch Quereinsteiger? Die Reichenhaller können sich in Kärnten selbst ein Bild von ihm machen. Im Rahmen des Herbstseminars erzählt der so genannte Formel-1-Winzer aus seinem Leben. Die Jungs aus den besten Rennställen haben ihm bei der Weinlese geholfen. Wie das? Die ehemaligen Schüler der Steigenberger-Hotelfachschule werden es erfahren. Beim Jahreskongress gibt es auch ein Wiedersehen mit Karl Steiner, der im vergangenen Jahr in Berlin das Konzept seiner Luxus-Hütten-Herberge vorstellte. Diesmal schauen sich die Ex-Reichenhaller das Almdorf Seinerzeit, auf 1400 Metern oberhalb von Patergassen gelegen, vor Ort an.
Auch von Steiner kann man lernen, wie man seine Träume verwirklicht. Nachdem er mit einem anderen Unternehmen gescheitert war, baute Steiner sein Almdorf aus dem Nichts auf. Inzwischen kooperiert er mit anderen Hotels, die einen gemeinsamen Nenner haben: sehr persönliche Gästebetreuung, hohe Innovationskraft und eine besondere landschaftliche Lage. Sie nennen sich Bilderbuchhotels. In den vier Seminartagen vom 14. bis 18. November werden die Teilnehmer in Pörtschach am Wörther See nicht nur lecker speisen, sondern ständig mit neuen Ideen gefüttert. Die Vorträge finden in Werzer's Hotel Restaurant statt. Manfred Kohl von der Kohl & Partner Tourismusberatung wartet mit den neuesten Hotellerie-Trends auf. Ein Hotelier aus dem Lesachtal sprichtüber neue Vermarktungswege.
Eine Referentin der Steigenberger Hotel AG bringt die Reichenhaller in Sachen Controlling und Investment auf den neuesten Stand. Darüber hinaus bleiben viele Gelegenheiten, sich untereinander auszutauschen und die Gegend zu erkunden. Geplant sind unter anderem eine Stadtbesichtigung in Klagenfurt und ein Abendessen im Casino, einschließlich eines praktischen Crash-Kurses zum Thema Glückspiel am Roulette-Tisch. In Nostalgie-Bussen geht es dann wieder zurück in die Hotels.
Die Organisation vor Ort hat vor allem die Familie Benz vom Landhaus Strussnighof übernommen, das in Pörtschach nahe am Wörther See liegt. Der Ex-Reichenhaller Peter Benz besitzt das Hotel mit seinen 22 stilvoll eingerichteten Zimmern seit 1980. Bereits vor fast 100 Jahren wurde aus dem ehemaligen Bauernhof ein Hotel. Die alte Mühle am Bach bauten die heutigen Besitzer in eine Ferienwohnung um. Stammgäste nennen die gemütliche Bleibe auch Hexenhäuschen. Ein Quartier für die Kongress-Teilnehmer mit einem Hauch von Nostalgie. Übrigens: Der hoteleigene Badestrand ist nur fünf Minuten vom Haus entfernt. Kein schlechter Ort, um neue Ideen für Unternehmungen reifen zu lassen.
Micaela Buchholz |