Vom Heiligen Rock zu Kaiser Konstantin
Auf den Spuren der Geschichte in Trier unterwegs: Kultur als Tourismusmagnet ist das Thema beim 56. Jahreskongress der Reichenhaller im Herbst 2007

Ehemalige Kaiserresidenz: Die ehemaligen Hotelfachschüler erkunden Trier (Foto: Stadt)
TRIER. Gäbe es Zeitreisen, wären sie wahrscheinlich der Renner auf dem Touristikmarkt. Mit Kulturreisen kommt man dem Ziel, in eine andere Epoche einzutauchen, ziemlich nahe. Die Vereinigung der ehemaligen Hotelfachschüler Bad Reichenhall lotet die Möglichkeiten während ihres Jahreskongresses vom 30. Oktober bis 3. November an geschichtsträchtigem Ort aus: in Trier. Die über 2000 Jahre alte Stadt, geprägt von der römischen Geschichte, ist in diesem Jahr Teil der Europäischen Kulturhauptstadt Region Luxemburg.
Unter anderem referiert der Kultur-Staatssekretär des Landes Rheinland-Pfalz zum Thema „Weltkulturerbe als Chance für den Tourismus“. Herrmann Lewen, Intendant der Mosel-Festwochen, präsentiert das Konzept des ältesten und größten Klassik-Festivals in Rheinland-Pfalz. Geplant ist außerdem eine Stadtführung durch Trier unter dem Motto „2000 Schritte – 2000 Jahre“, eine „Toga & Tunika“-Schauspielführung durch den historischen Stadtkern sowie eine Innenbesichtigung der Kaiser-Thermen. Und weil Kulturtourismus das zentrale Thema dieses Jahreskongresses ist, folgt darauf ein Besuch des Trierer Doms, der als älteste Kirche Deutschlands gilt.
Wegen seiner Bedeutung für die Menschheit zählt der Dom seit 1986 zum Unesco-Weltkulturerbe. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, die kostbarste Reliquie des Trierer Domes zu besichtigen: den „Heiligen Rock“, die Tunika Christi. Der Überlieferung nach brachte die Kaisermutter Helena das ungeteilte Gewand nach Trier. Dom-Organist Josef Still gibt ein kurzes Konzert für die ehemaligen Schüler der Steigenberger Akademie in Bad Reichenhall.
Um 19.30 Uhr schließt sich eine exklusive Nachtführung durch die Landesausstellung „Kaiser Konstantin“ an. In Trier, als Hauptstadt der westlichen Provinzen des römischen Reiches, hatte Kaiser Konstantin von 306 bis 316 seine Residenz. Zahlreiche Kunstwerke
und Bauten aus dieser Zeit zeugen noch heute von der einstigen Bedeutung der Stadt.
Auch sonst kommt der Genuss beim Jahreskongress nicht zu kurz. Zum Beispiel ist am 1. November ein „Wein-Erlebnistag“ vorgesehen. Nach dem Frühstück im Kongress-Hotel, dem Park Plaza, und einer Fahrt entlang der Mosel, wandert die Gruppe zum Aussichtspunkt des Weinbergs „Brauneberger Juffer“. Der Gipfelsturm wird mit Riesling-Sekt begossen. Anschließend führt die Reise ins Weinromantikhotel Richtershof in Mülheim an der Mosel. Nach der Begrüßung durch den Dichter und Heimatforscher Klaus Lutz, der bereits seit über einem halben Jahrhundert im Dienst des Hauses steht, geht es hinunter in den 325 Jahre alten Gewölbe-Weinkeller, wo sich international renommierte Top-Winzer der Region präsentieren. Der Kongress zieht weiter zum viergängigen Dinner auf ein luxemburgisches Luxus-Flusskreuzfahrtschiff. Und am nächsten Tag wählt die Generalversammlung der Reichenhaller Vereinigung ihren Vorstand neu. Am Abend trifft man sich zu einer Gala unter dem Motto „Römische Nacht“. Das ausführliche Programm finden Interessenten auf der Reichenhaller-Homepage.
Micaela Buchholz
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